“Siesta” ist gut für Stressregulation, den Biorhythmus und Stoffwechsel

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Spanische Ärzte betonen die medizinische Bedeutung der Siesta, insbesondere für die Herzgesundheit. In Spanien ist das Mittagessen weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Tagesablaufs. Gegen 14:00 Uhr kehrt in vielen Dörfern Ruhe ein, die Rollläden werden heruntergelassen.

Diese Tradition findet nun auch medizinische Unterstützung. Spanische Internisten und Gefäßspezialisten betonen im Rahmen des mediterranen Lebensstils die Bedeutung von Ruhe, Essenszeiten und gemeinsamen Mahlzeiten. Es geht also nicht nur um Olivenöl, Fisch, Hülsenfrüchte und Gemüse, sondern auch um den Zeitpunkt der Mahlzeiten, die Gesellschaft am Tisch und die anschließende Entspannung.

Laut Berichten im Diario de Avisos haben die Spanische Gesellschaft für Innere Medizin und die Spanische Gesellschaft für Arteriosklerose ein Konsenspapier verfasst, das eine Siesta von maximal 30 Minuten als vorteilhafte Ergänzung zur mediterranen Ernährung hervorhebt. Der kurze Mittagsschlaf soll die Stressregulation, den Biorhythmus und den Stoffwechsel unterstützen. Längere Schlafzeiten sind jedoch kein Freifahrtschein. Eine Siesta von 45 Minuten oder mehr kann Schläfrigkeit verursachen und den Nachtschlaf stören, insbesondere in Städten, in denen die Arbeitstage immer weniger dem traditionellen Rhythmus geschlossener Geschäfte und langer Nachmittage zu Hause entsprechen.

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Die medizinische Botschaft steht im Einklang mit der spanischen Debatte über die Zeit. Spanien lebt offiziell in der mitteleuropäischen Zeitzone, obwohl ein Großteil des Landes geografisch näher an der britischen Zeitzone liegt. Dies führt oft zu späteren Mittag-, Abendessens- und Schlafenszeiten. Ärzte weisen seit langem auf die Auswirkungen später Abendessen auf Blutzucker, Schlaf und Gewicht hin.

In Deutschland, wo die warme Mahlzeit meist früher eingenommen wird, lautet der Rat daher anders: Nicht die spanische Uhr kopieren, sondern das Prinzip verstehen. Essen Sie ruhiger, früher am Abend und ohne ständiges Bildschirmlicht. Auch das gemeinsame Essen gewinnt an medizinischer Bedeutung. Wer am Tisch spricht, langsamer kaut und nicht vom Handy abgelenkt wird, nimmt das Sättigungsgefühl besser wahr.

Das mag altmodisch klingen, berührt aber etwas, das in Spanien noch sichtbar ist: Essen ist für die meisten Menschen ein sozialer Ankerpunkt.

Die Lektion, die wir daraus lernen können, ist einfach: Der mediterrane Lebensstil findet sich nicht nur auf dem Teller, sondern im Rhythmus drumherum. Eine kurze Pause nach dem Mittagessen, saisonale Produkte, Kochen ohne Eile und Essen mit anderen bilden zusammen eine Kultur, die sich nur schwer in eine Diät-App integrieren lässt.

Für Spanien ist das keine Nostalgie, sondern eine Warnung. Je schneller die Arbeitstage werden und je mehr Bildschirme den Mittagstisch erobern, desto mehr verschwindet genau der Teil des mediterranen Lebensstils, den Ärzte heute wieder als wertvoll hervorheben.

Quelle: Agenturen